Zwangsstörungen

Wenn Sie unter Zwängen leiden, dann verspüren Sie vermutlich einen inneren Drang, bestimmte Dinge zu denken oder zu tun. Oft versuchen Sie es am Anfang noch mit Verdrängung oder Widerstand, weil Sie selbst Ihr Denken und Tun als übertrieben und wenig effektiv wahrnehmen können, merken aber zunehmend, dass Sie willentlich kaum noch eine Chance haben. Diese Störung beeinträchtigt Sie deutlich in Ihrem Alltag, weil sie immer mehr Zeit in Anspruch nimmt.

Als Ursachen können

  • ein überdurchschnittlich hohes Sicherheitsbedürfnis
  • Angst vor Veränderungen
  • ein zu großer Anspruch an sich selbst und an andere
  • ein wenig entwickeltes (Ur-)Vertrauen

angenommen werden.

Je unsicherer Sie Ihre Lebenssituation einschätzen, desto stärker versuchen Sie Ihr Leben zu kontrollieren…

durch:

Bei mehr als 90 % aller Betroffenen finden sich beide Symptome.

Zwangsgedanken
werden unterschieden in:

  • Zwangsideen/Zwangsbefürchtungen/Zwangsvorstellungen (z. B. die Befürchtung, eine Arbeit nicht richtig erledigt zu haben, oder Ängste, dass geliebten Menschen etwas Schlimmes zustoßen könnte)
  • Zwangsimpulse (Impulse, bestimmte Handlungen immer wieder ausführen zu müssen)
  • Grübelzwang (bestimmte Gedanken müssen wieder und wieder durchdacht werden, dabei gelingt es nicht, zu einer Entscheidung oder Lösung zu kommen)
  • Zweifel (machen unsicher, etwas nicht richtig gemacht zu haben, falsch verstanden, getan oder nicht getan zu haben)

Inhalte von Zwangsgedanken können sein:

  • angstvolle Gedanken, jemandem zu schaden.
  • in eine peinliche Situation zu geraten oder
  • für ein Unheil verantwortlich zu werden.
  • Gedankengänge können nicht so zu Ende gedacht werden, dass sie zu einem Ergebnis führen und drängen sich deshalb ständig wieder auf.
  • quälende Zweifel oder
  • ein Ausgehen vom Schlimmsten, von dem das Meiste tatsächlich gar nicht eintrifft.

Sie sind in vielerlei Hinsicht übersensibel geworden.

Häufige Themen der Zwangsgedanken sind:

  • Schmutz oder Verseuchung (menschliche Exkremente, Schmutz, Staub, Blut, Keime, Infektionen)
  • Gewalt und Aggressionen (körperliche oder verbale Angriffe auf sich selbst oder geliebte Personen: Unfälle, Missgeschicke, Katastrophen, Tod)
  • Ordnung (z.B. in der genauen Ausrichtung von Gegenständen)
  • Religion (den Einfluss Gottes, religiöse Rituale, Glaubenssätze, moralische Einstellungen)
  • Sexualität (sexuelle Handlungen an sich selbst oder anderen, sexuelle Leistungsfähigkeit)

Im Grunde kann sich aus jedem Thema ein Zwangsgedanke entwickeln.

Die Unterscheidung von Zwangsgedanken und normalen Gedanken hängt nicht davon ab, was Sie denken, sondern wie Sie das Gedachte erleben.

Zwangshandlungen

sind gegen Ihren Willen ausgeführte Handlungen, die zu einer übermäßigen inneren Anspannung führen. Geben Sie diesen Handlungen nicht nach, bekommen Sie große Ängste, weshalb Sie sie ständig wiederholen müssen. Meistens wissen Sie, dass Ihr Verhalten übertrieben und unvernünftig ist. Deshalb versuchen Sie zu Beginn, Widerstand zu leisten, geben jedoch auf, wenn Sie die Angst überfällt. Danach fühlen Sie sich oft für kurze Zeit weniger ängstlich, sind weniger angespannt, haben jedoch kaum Freude an dem was Sie gerade tun. Manche Menschen entwickeln aus einzelnen Zwängen ein Zwangsritual, das dann bis ins kleinste Detail ausgearbeitet wird und erst dann ausgeführt werden kann. Sie müssen dieses Ritual jedes Mal exakt genauso praktizieren. Wenn ihnen das nicht gelingt, bekommen sie noch mehr Angst und müssen es immer wieder von Anfang an wiederholen.

Beispiele:

  • Hände waschen
  • Kontrollieren von Herdplatten, Bügeleisen Türschlössern, Wasserhähnen…
  • Ordnen von Dingen wie Bücher, Kleidung oder Nahrungsmittel nach immer gleichen Maßstäben
  • Berühren oder nicht berühren von Dingen
  • Zählen z.B. von Schritten
  • Wiederholen von Sätzen oder Melodien

Mögliche Folgen:

  • die Zwänge mindern zunehmend Ihre Lebensqualität,
  • Sie bekommen immer mehr Schwierigkeiten im privaten Leben und im Beruf,
  • Sie können Ihre alltäglichen Aufgaben nur noch mit großer Mühe bewältigen, weil sie durch die ständige Wiederholungen immer mehr Zeit beanspruchen.

Sie können mit Hilfe von

  • Psychoedukation = Erklärung psychologischer Hintergründe
  • Familienaufstellungen
  • Hypnose
  • Klangbehandlungen und andere Entspannungsverfahren und
  • Naturheilmitteln

erfahren, wie Zwänge entstehen, behandeln und die Ursache Ihrer

  • inneren Anspannung
  • Angst und
  • Zweifel

aufspüren, lösen und den Weg zurück in einen entspannten Alltag finden.