Trennungen


Fast jedes 2. verheiratete Paar in Deutschland trennt sich – unverheiratete Paare wohl noch öfter.

Statistisch gesehen lagen die Ehe- scheidungen im Jahr 2013
bei ca. 36% und dauerten im Durchschnitt 14 Jahre und 8 Monate.

Damit ist, wer sich trennt, längst kein Einzelfall mehr!

Obwohl die gesellschaftliche Verurteilung
von Geschiedenen und Alleinerziehenden längst der Vergangenheit angehört, empfindet der Einzelne eine Trennung oft, als würde ihm der Boden unter den Füßen weggezogen.

Der Partner, der seine überwiegende Zeit den Kindern widmet, hat diese Aufgabe meistens von Anfang an übernommen und fühlt sich oftmals gegenüber dem mehrverdienenden „Wiedersingle“ benachteiligt, weil er/sie:

  • weniger verdient
  • oft gezwungen wird, sich beruflich neu zu orientieren
  • weniger Zeit zur freien Verfügung hat
  • weniger Chancen hat, jemand Neues kennenzulernen

Hinzu kommt häufig, dass ein Partner anders auf eine Trennung reagiert als der andere:

  • derjenige mit den überwiegend femininen Persönlichkeitsanteilen versucht vielleicht erst einmal sich selbst zu finden, während
  • der mit den überwiegend maskulinen Anteilen so weiter macht wie bisher und möglicherweise schneller einen neuen Partner sucht.

Diese Reaktionsmuster werden oftmals dem jeweiligen Geschlecht, also

  • Frau im ersten und
  • Mann im zweiten Fall

zugeordnet.

In der Praxis zeigt sich aber, dass zusätzlich

  • die Rolle (wer überwiegend zu Hause ist und wer mehr Geld verdient) und
  • die Persönlichkeit des Einzelnen

wesentlich die Situation beeinflussen.

Die Person, die zurückbleibt:

  • leidet häufig nach der Trennung unter dem Eindruck, dass der Ex-Partner sie nicht angemessen wertschätzt,
  • die beendete Beziehung zu wenig betrauert,
  • glaubt, irgendwann austauschbar geworden zu sein,
  • erlebt die Trennung als eine persönliche Niederlage, die sie erst einmal analysieren und verarbeiten muss,
  • durchlebt noch einmal die vergangenen Jahre, mit all den dazugehörenden Hoffnungen, Gedanken und Gefühlen, um dann, wenn die Zeit reif ist, einen Neuanfang zu wagen.

Dabei ist die Höhe ihrer Leidensfähigkeit abhängig von der Summe aller gefühlten Verletzungen in ihrem Leben und der davon beeinflussten Persönlichkeitsstruktur.

Derjenige mit dem stärkeren männlichen Persönlichkeitsanteil verhält sich meistens anders:

  • sein Trennungsschmerz ist oft kurz und heftig,
  • er entscheidet sich möglicherweise schneller, die bisherige Beziehung aufzugeben
  • zieht die Konsequenzen und
  • nimmt nach einer kurzen Phase der tief empfundenen Trauer das eigene Leben wieder in die Hand,
  • lässt alte Freundschaften aufleben,
  • geht aus,
  • treibt viel Sport und
  • öffnet sich relativ schnell einer neuen Beziehung.

Empfinden Sie dieses Verhalten als unreif?
In jedem Fall ist es wohl nicht so leidvoll, wie die Trauerarbeit des anderen.

Trotzdem kann es für Sie wichtig sein, diese Trauerarbeit zu leisten, weil

  • Sie Ihren Partner nach (familiären?) Vorlagen ausgesucht haben, oder
  • Sie aus Protest das andere Extrem wollten oder
  • Sie unbewusst jemanden gewählt haben, der Persönlichkeitsanteile lebt, die Sie selbst nicht leben konnten…

Gründe gibt es viele…

Damit Sie zukünftig glücklichere und erfülltere Beziehungen führen können, kann es sinnvoll sein:

  • die eigenen bewussten und unbewussten Anteile zu erkennen,
  • Ihre Bedürfnisse und Fähigkeiten zu entdecken
  • diese zu leben und
  • den nächsten Partner als besonderes Geschenk zu betrachten.